1. Spieltag Ismaning II

SV Weissblau Allianz München – FC Ismaning 2   4:2 (1:2)

Neugierig konnte man schon sein, wie sich die Ismaninger Reserve nach Ihrer doch recht positiven Vorbereitung aber auch mit einem kompletten Kaderumbau zur Sommerpause hin beim Saisonauftakt verkaufen würde.

Der holprige Start sollte bereits in den Stunden vor dem eigentlichen Anpfiff beginnen. Zum letzten Training hin hatte sich Kapitän und Leistungsträger Sebastian Tholl einen Nerv am Rücken eingeklemmt und mußte kurzfristig ein paar Stunden vor Spielbeginn die Segel streichen. Kevin Wild war bereits am Freitag in den Urlaub aufgebrochen und Dejan Stankovic kehrt erst am Montag wieder zurück. Ebenso fehlte Rückkehrer Stammkraft Maxi Schachtner den über Nacht das Fieber und Schüttelfrost ans Bett fesselten. Gut nur, dass sich mit Daniel Bieringer noch jemand fand, der trotz noch nicht vollständiger Genesung, die eiserne Reserve bildete.

Bei sommerlichen Temperaturen mußte sich dann der FCI auch leider relativ schnell mit genau der Situation auseinandersetzen, die eigentlich vermieden werden sollte. Einem 0:1 Rückstand nach nicht mal 7 Minuten Spielzeit.

Das Team um Spielertrainer Helmut Leidenberger mußte aufgrund der kurzfristigen Ausfälle an diesem Tag einige Positionen neu besetzen und auch tauschen. So übernahm Benedikt Schwenke beispielsweise die 6er Position und Leidenberger selbst agierte auf der zentralen Mittelfeldposition. Abgesehen von dem frühen Rückstand schien die Taktik zumindest in Hälfte eins gut aufzugehen. Nach einem schön herausgespielten Anspiel von dem gut agierenden Benedikt Schwenke auf Daniel Kojcinovic konnte dieser den letzten Innenverteidiger überlaufen und das Leder unter die Latte hämmern. Mit dem Ausgleich kam auch wieder das Selbstbewußtsein, das Spiel zu drehen. Bereits ein paar Minuten später konnte Neuzugang Samer Alsheblak den mitgelaufenen Korbinian Liebl in Szene setzen, der dem gegnerischen Torwart bei seinem strammen Schuss in lange Eck keine Chance ließ. Das Spiel war gedreht und die Allianzer taten sich mit der bis zu diesem Zeitpunkt defensiv gut stehenden Ismaninger Hintermannschaft schwer. Der Spielfluß endete zumeist in unplatzierten langen Bällen oder bereits 30 Meter vor dem Ismaninger Gehäuse.

Das Spiel hätte für die Ismaninger an diesem Tag leicht mit 3 Punkten enden können, wären da nicht individuelle oder zumindest sehr unglückliche Fehler in der Folge passiert. Bis zur 69. Minute sah der Spielverlauf nicht nach einer weissblauen Wende aus. Nach einem Eckball der Allianzer stand ein gegnerischer Spieler mutterseelenallein am 6-Meterraum und hatte auch keine Probleme das Leder über die Linie zu bringen. Die Gastgeber schnupperten Oberwasser und intensivierten dementsprechend auch ihr Angriffsspiel.

Als dann in der 80. Minute ausgerechnet der ansonsten stark spielende Demir Inajetovic bei einem Abwehrversuch den Ball nur noch selbst über die eigene Linie bringen konnte, waren die Hausherren wieder auf der Siegerstrasse.

Abgerundet wurde das Ganze dann zum Ende in Minute 81 wiederum durch eine missglückte Abwehraktion. Florian Adam der ansonsten ein gutes Spiel machte, legte nach einer bereits völlig unnötig ausgelösten Ecke den Ball quasi direkt in die Volleyabnahme des Allianzer Stürmers, der aus wenigen Metern das Leder unhaltball ins Netz hämmerte.

Kurioser Weise hätten die Ismaninger selbst zu diesem Zeitpunkt noch mindestens zwei 100%ige Chancen verwerten müssen und wären zumindest mit einem Punkt nach Hause gefahren. Einmal attackierte Helmut Leidenberger den gegnerischen Keeper am 16er Eck so, dass dieser den Ball nur noch unkontrolliert auf den mittig völlig blank stehenden Samer Alsheblak spielen konnte. Doch statt den Ball ins Leere Tor zu schieben, legte sich dieser den Ball zu lange zurecht und die Aktion konnte entschärft werden. Auch Benedikt Schwenke setzte sich nochmals stark gegen 2, 3 Gegenspieler am 16-Meterraum durch und scheiterte im letzten Moment am herausstürzenden Keeper. Leider bleibt es dabei, dass auch 4 x „hätte“ kein Tor ergibt und die Niederlage zum Saisonstart war beschieden.

Leidenberger resümierte nach dem Spiel: „Gemessen an der kurzfristig zu meisternden Ausgangssituation mit den Ausfällen, kann ich mit dem taktischen Verhalten in der ersten Hälfte und dem Willen in der 2. Hälfte zufrieden sein. Die Punkte gehen uns deshalb natürlich dennoch ab und wir werden daran arbeiten die Fehler abzustellen. Am Ende muß man sagen, dass wir 3 der 4 Gegentreffer indirekt oder direkt selbst geschossen haben. Wenn wir das abstellen, sollten auch die Endergebnisse den Erwartungen entsprechen. Heute haben wir uns leider nicht belohnen können. Wir müssen einfach weiter arbeiten. Von nix kommt nix.“

25.08.2019 Bernd Klöpfer    

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