FCI-Niederlage – Leidenberger: „Unnötig, aber richtig“

In Ismaning schwebte man nach 15:0 Toren und 6:0 Punkten aus den letzten beiden Spielen sichtlich auf Wolke sieben. Mit dem Rückenwind sollten am gestrigen Sonntag die nächsten drei Punkte auf das Konto verbucht werden. Aus dem geplanten Tabellensprung wird nach der 2:1 Niederlage beim SV Istiklal aber erstmal nichts.

Wie zuletzt konnten die Zuschauer einen Ballbesitzüberhang bei den Blauen beobachten. Allerdings – im Gegensatz zu den letzten beiden Wochen – war dieser häufig nicht von Dauer und wurde durch zahlreiche Fehlpässe und leichtfertige Ballverluste immer wieder unterbrochen.

So auch in der bereits 11. Minute als die Hausherren einen Ballverlust in der viel zu weit aufgerückten Ismaninger Mannschaft für einen schnellen Konter ausnutzten. Der herausgeschlagene Ball war maßgerecht auf dem Fuß von Mükremin Bingöl gelandet. Dass er das Laufduell mit Demir Inajetovic nicht gewinnen konnte, war ihm anscheinend klar und so zog er einfach mal aus 30m ab. Der Ball schlug unhaltbar neben dem Pfosten ein und die Gastgeber führten überraschend mit 1:0. Wie in der Vergangenheit bereits des Öfteren zu beobachten, war der Gegner mit der ersten Aktion bereits erfolgreich, während die Ismaninger schon die ersten Möglichkeiten verstreichen ließen.

„Zuviel klein, klein durch die Mitte, den Ball ins Tor tragen anstatt den Abschluß zu suchen und entgegen der taktischen Marschrichtung“ bemängelte Leidenberger das Spielgeschehen bis dahin.

Eine Viertelstunde später kamen die Gastgeber zum zweiten Mal zu einer vermeidbaren Torchance. Auch hier waren die Ismaninger selbst der Auslöser. Der ansonsten zweikampfstarke Felix Arnold brachte sich selbst unnötig in Schwierigkeiten, in dem er keinen klaren Ball spielte, sondern als letzter Mann wartete, unglücklich auf dem Kunstrasen umknickte und das Leder dem gegnerischen Stürmer überließ. Das dieser dann aus dem kurzen und eigentlich unmöglichen Winkel auch noch Torwart Deniz Sonkaya tunnelte, passte zu dem Tag. So stand es 2:0 für den direkten Tabellennachbarn nach zwei Möglichkeiten.

In der Folgezeit zeigten sich aber auch die Ismaninger immer wieder vor dem Tor des Gegners. Allerdings viel zu harmlos waren die Torabschlüsse. Zumeist landete der Ball direkt in der Tormitte und der Torwart hatte keinerlei Probleme. Der nach wie vor verletzungsbedingt an die Seitenlinie verbannte Helmut Leidenberger konnte das Geschehen und die fehlende Chancenausbeute nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen.

Kurz vor der Halbzeit gab es dann noch einen bösen Zusammenprall zwischen einem Stürmer von Istiklal und dem Schlußmann der Ismaninger Deniz Sonkaya. Dieser konnte bis zur Halbzeit noch durchhalten, mußte dann allerdings mit Yannick Poyda ersetzt werden. Leidenberger ersetzte auch eine der beiden bis dahin wenig effektiven Außenbahnen neu und brachte für den angeschlagenen Daniel Bieringer den zuletzt erfolgreichen Albert Delijaj ins Spiel.

Dieser brachte die Ismaninger nach einer 20-minütigen Durststrecke auch wieder ins Spiel, als er aus dem Getümmel heraus den Ball zum Anschlußtreffer im Tor der Hausherren unterbrachte.

Der weitere Verlauf des Spiels war wie zuletzt bei allen anderen Partien zuvor. Die Ismaninger drückten, die Gastgeber konnten nicht mehr. Aber zu zerfahren war das Ismaninger bemühen und zu unkonzentriert war man vor allem im Torabschluß.

Die beste Chance hatte dann noch der zuletzt mehrfach erfolgreiche Kayra Arikan. Nach einem Freistoss in die Mauer, traf er den Abpraller nur noch dürftig. Während alle Spieler bereits abschalteten hüpfte der Ball aber noch an den Innenpfosten und von dort quer zur Torlinie wieder heraus. Symbolisch für den Spieltag war keiner der Ismaninger nachgerückt oder hatte auf den Ball reagiert. So schauten alle Akteure – Gäste wie Gastgeber – zu, wie der Ball die Gefahrenzone verließ.

Leidenberger war nach dem Match bedient und zog auch eine klare Bilanz: „Heute war ein realistischer und ordentlicher Sprung in der Tabelle möglich. Die Niederlage war völlig unnötig, mit der von uns allen gezeigten Leistung leider aber vollkommen richtig und wichtig. Wir hatten einen klaren Plan wie wir das Spiel angehen wollen und haben während der 90 Minuten leider fast nichts davon umgesetzt. Dann als Sieger vom Platz zu gehen würde ja alles auf den Kopf stellen und zeigen ‚Hey ich kann spielen wie ich will, das geht immer‘ – eben nicht. Es ist sehr schade, dass wir uns zu unserem letzten Spiel nicht selbst belohnt haben. So müssen wir jetzt die Winterpause lang einen dämlichen Tabellenplatz ansehen. Andererseits soll dies ein Warnschuss vor der Rückrunde sein und alle wachrütteln, damit wir im März anders aufmarschieren. Wir werden die Zeit nutzen, die Vorrunde zu analysieren und die richtigen Maßnahmen abzuleiten. Konzentriert und diszipliniert haben wir noch genug Zeit unser Saisonziel zu erreichen. Geschenkt wird uns dabei aber nix.“

Quelle: Bernd Klöpfer

  • No tweets