FCI2: Charakter gezeigt, Spiel gedreht

Vor dem gestrigen Spiel der Ismaninger Reserve warnte der Trainer noch seine Mannen vor dem erstarkten griechischen Gastgeber. „Die in der Vorbereitung durch viele Abwesenheiten geschwächten Clubs brauchen alle ihre 6 – 8 Wochen zum Nachholen und werden dann anfangen zu punkten.“ hatte Helmut Leidenberger unter der Woche prognostiziert. Hatte der FC Pontos gegen den ESV Freimann in der Vorwoche erst in der 90. Minute das 1:2 gefangen, war dies ein ganz anderer Auftritt, als in den zum Teil erlittenen 10:0 Niederlagen gegen Fasanerie-Nord oder Garching. Die Ismaninger waren also gewarnt.

Dass Leidenberger mit seiner Einschätzung richtig liegen sollte, zeigten die Hausherren auch gleich eindrucksvoll  in den ersten Minuten des sonntäglichen Spieltages. Während die Ismaninger in der Anfangsphase vermeintlich Ball und Gegner beherrschten, nutzten die Griechen die ersten beiden sich bietenden Gelegenheiten kaltschnäuzig aus. Bereits in Minute 3 musste Deniz Sonkaya das erste Mal den Ball aus dem eigenen Netz holen. Ein schneller Angriff der Gäste über die rechte Seite vollstreckte der Stürmer unhaltbar ins kurze Toreck. Vorangegangen war ein leichtsinniger Ballverlust im Mittelfeld des Ismaninger Aufbauspiels.

Die Blauen sicherten sich einen deutlichen Ballbesitzanteil und ließen Ball und Gegner laufen. Allerdings wurde die Bemühungen immer wieder durch ungenaue Zuspiele und leichtfertige Ballverluste selbst gestoppt und ermöglichten den Hausherren Kontersituationen. In Minute 32 führte ein unnötiges Dribbling in der Rückwärtsbewegung durch den zuletzt stark aufspielenden Kayra Arikan zu einem direkten Gegenangriff mit erfolgreichem Abschluss. 2:0 Rückstand gegen das Tabellenschlußlicht.

So unglücklich das 2:0 durch ihn eingeleitet wurde, so deutlich war seine Antwort bereits 3 Minuten später. Einen 25m Freistoss aus halblinker Position ließ sich Kayra Arikan nicht nehmen. Wie zuletzt bereits gegen die Garchinger, legte sich der Mittelfeldmann den Ball zurecht und nahm Maß. Während die Gastgeber aus der Entfernung noch auf eine Flanke spekulierten, setzte Arikan das Leder passgenau ins rechte obere Eck des Tores.

Bis zur Halbzeit kamen die Gäste durch schöne Zuspiele von Sebastian Heinenberg und Kapitän Maxi Ertl noch zu einigen sicheren Einschußmöglichkeiten. Diese wurden aber durch den lädierten und teilgenesen FCI-Sturm um Daniel Kojcinovic und Helmut Leidenberger allesamt am Tor vorbeigesetzt. Ein besonders schönes Zuspiel von Demir Inajetovic konnte Leidenberger allein vor dem Torwart nicht verwerten sondern setzte das Leder über die Latte. Bis zur Halbzeit hatte der FCI bereits Chancen für 2-3 Tore. Insgesamt war beiden Sturmpartnern an diesem Spieltag die 2-wöchige verletzungsbedingte Zwangspause deutlich anzumerken. Zu viele Bälle versprangen oder konnten nicht verwertet werden.

Das der FCI an diesem Tage überhaupt so auftreten konnte, verdankte er nicht zuletzt der sehr guten physiologischen Abteilung um Peter Rein, den „Tape-Gott“ wie Leidenberger seinen fussballbegeisterten Physiotherapeuten nennt. Hatte er doch noch tags zuvor mit seinen Fähigkeiten 3 Spieler aus der Startformation spielfähig bekommen. „Ohne seinen Einsatz hätten wir heute sicher mit mindestens 2 Leuten weniger auflaufen können. Dafür gilt ihm besonderer Dank und Anerkennung.“ 

In Hälfte 1 konnten die Maßnahmen noch nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Deshalb mussten die Gäste den Pausentee zwangsweise mit dem 1:2 Rückstand antreten. Das Bild sollte sich erst in Halbzeit 2 ändern.

Wie zuletzt gegen den FC Fasanerie – Nord versuchten die Blauen aber auch gegen den FC Pontos in der 2. Halbzeit das Spiel noch zu ihren Gunsten zu drehen. Die Anzahl der Ballverluste konnte reduziert werden und die Gastgeber mussten dem hohen Laufpensum Tribut zollen. Dadurch ergaben sich auch mehr Räume, die nunmehr durch die Gäste zunehmend besser genutzt wurden. Drei, vier Flankenläufe des laufstarken Sebastian Heinenberg endeten leider dabei immer an den ungenauen Querpässen. Der FCI versäumte auch in der Anfangsviertelstunde der 2. Halbzeit erneut die Tore zu machen.

In Minute 60 war es aber dann endlich soweit und ein Flankenlauf von Sebastian Heinenberg konnte durch Doppelpacker Kayra Arikan erfolgreich verwertet werden. Mit dem Ausgleich kippte dann auch das Spiel vollends auf die Ismaninger Seite. Leidenberger sollte an diesem Tag ein gutes Händchen bei den Einwechselungen beweisen, als er in der 61. Minute Daniel Bieringer auf das Feld schickte. Der Außenbahnspieler war den griechischen Verteidigern bereits einmal entwischt und nur am noch schnelleren Ball gescheitert. Bei der zweiten Aktion setzte er sich aber energisch bis in den 16er durch und legte auf den mitgeilten Felix Arnold ab. Der zweikampfstarke Innenverteidiger konnte dann nur noch durch ein Foul gestoppt werden. Den fälligen Strafstoß netzte Kapitän Maxi Ertl souverän zum 3:2 ein und setzte die Zeichen auf Sieg.

Das Drängen der Ismaninger hörte auch nach dem 3:2 nicht auf und so war es auch nicht verwunderlich das noch einige gute Möglichkeiten herausgespielt wurden. Einmal wurde Helmut Leidenberger aus strittiger Abseitsposition am Einnetzen gehindert, in zwei anderen Situationen scheiterte Daniel Kojcinovic am gegnerischen Torwart im 1:1. Als Kojcinovic in der 75. Minute dann auch noch im 16er von den Beinen geholt wurde, zeigte der gut leitende Schiedsrichter Andreas Lühr erneut auf den Punkt. Kayra Arikan wollte dem zweiten, gleich ein drittes Tor folgen lassen. Leider war sein Schuss aber nicht platziert genug und der Gästekeeper konnte den Strafstoß festhalten. Die Gäste sollten in der Folge noch zu zwei, drei Freistößen kommen, was aber dann auch das Ende der Offensive der Hausherren bedeutete. Bereits im Laufe des Spieles wurde durch den Referee mehrfach Zeitspiel auf Seiten des FC Pontos moniert, dazu kamen einige Verletzungsunterbrechungen. In Summe wurden deshalb 5 Minuten nachgespielt. Das ein Spiel erst vorbei ist wenn der Abpfiff erfolgt, sollte auch gestern wieder bewiesen werden.

Zwei schnelle Konter vollendete Helmut Leidenberger selbst in den letzten 3 Minuten des Spiels. Zuerst vollendete er ein schönes Zuspiel von Florian Adam und dann eines von Sebastian Heinenberg.

In Summe hat der FCI gegen den FC Pontos als Team Charakter gezeigt und einen 2:0 Rückstand in einen 2:5 Sieg gedreht. Dabei haben die Mannen in Blau noch zahlreichste Möglichkeiten ausgelassen die sowohl in Halbzeit 1 wie 2 das Ergebnis leicht in den zweistelligen Bereich schrauben hätten können. Der Sieg gegen den Tabellenletzten war am Ende aber auch eine Pflichtaufgabe, die man sich leichter hätte erfüllen können. Gerade hieran wird in den nächsten Wochen sicher noch daran gearbeitet werden. Mit dem ESV Freimann gastiert der FCI nächste Woche erneut wieder auswärts bei einem direkten Tabellennachbarn. Hier kommt eine wichtige Aufgabe auf die Jungs um Helmut Leidenberger zu, da ein Sieg gegen die Freimanner einen weiteren Sprung nach oben in der Tabelle ermöglichen würde, um auch den Anschluss ans das obere Tabellendrittel nicht zu verlieren. Die auf Platz 4 platzierten Gastgeber werden dabei sicher keine leichte Aufgabe sein.

  • No tweets