Freundschaftsspiel VFB Hallbergmoos-Goldach gegen FC Ismaning 2 1:3 (0:2)

„Kein Platz für Überheblichkeit und Arroganz“ – so startet das Gespräch zum Spielbericht mit Helmut Leidenberger, neuem Spielertrainer der Ismaninger Reserve. Den leicht angesäuerten Eindruck relativiert Leidenberger erst nach und nach.

Für Außenstehende nicht leicht nachzuvollziehen, in Anbetracht eines 3:1 Erfolges im zweiten Vorbereitungsspiel.

Was war geschehen ? Am heutigen Sonntag traf die 2. Mannschaft des FCI auf eine Hallbergmooser Fahrstuhlmannschaft, die zuletzt erneut einen Aufstieg feiern konnte (nach dem vorherigen Abstieg) und auch gleich für diese Saison als Ziel selbstbewußt wieder „Meisterschaftskandidat“ vermerkt hat. Die Ismaninger starteten Ihre Anreise in das Freisinger Hinterland stark ersatzgeschwächt. Sowohl Kapitän Sebastian Tholl, der zuletzt eine sehr starke Leistung zeigte, als auch sein Vize Kevin Wild fehlten. Ersterer aufgrund einer Magendarminfektion an seinem 25. Geburtstag, Zweiterer aufgrund einer Reise in die Württemberger Heimat. Daneben mußte Leidenberger aber auch noch auf ein paar Urlauber verzichten, so dass die Vorzeichen nicht allzu gutstanden. Das Team hatte sich vorgenommen den Gegner diesmal bereits sehr früh und sehr offensiv zu attackieren. Nach einer 5minütigen verhaltenen Offensive auf das Hallbergmooser Tor stellte das Team um Interimskapitän Sebastian Heinenberg ein paar Gänge hoch. Selbiger war es auch, der in der 12. Spielminute mustergültig im 16er zwei Gegner austanzte und quer ablegte. Zwei Hallbergmooser rutschten noch vorbei bevor Helmut Leidenberger zum 1:0 einschob.

Bereits in Minute 14 klingelte es dann erneut im Hallbergmooser Gehäuse. Ismanings Nr. 1 Deniz Sonkaya reagierte nach einer Gästeecke prompt. Er pflückte nicht nur die Flanke wie aus dem Lehrbuch aus der Luft, sondern schlug einen 70m Assist-Abschlag auf den startenden Leidenberger. Dieser nahm den Ball in der Drehung direkt mit, umlief den Innenverteidiger und schob am herauseilenden Gästekeeper überlegt zum 2:0 ein.

Die Gäste waren angesichts des frühen Rückstandes sichtlich um Ihr Spielsystem gebracht und konzentrierten sich auf weite Bälle, die aber zumeist an den beiden Innenverteidigern Musa Gülten und Demir Inajetovic hängen blieben. Beide spielten an diesem Tag eine fehlerfreie Partie.

Der 2,08m Hühne und Neuzugang Kadere Seydou hätte das Ergebnis bis zur Halbzeit leicht noch um ein bis zwei Treffer nach oben schrauben können. Einmal kam er bei einer Ablage von Daniel Kojcinovic einen Schritt zu spät und bei einer Ecke konnte er trotz seiner unbestrittenen Lufthoheit den Ball nur knapp neben den Pfosten setzen.

Nach der Halbzeit zeigte sich anfangs ein ähnliches Bild wie in Hälfte eins. Sicherer Ballbesitz der Ismaninger mit zunehmend körperlich schwächer werdenden Hallbergmoosern. Allerdings konzentrierten sich die Gastgeber zunehmend auf schnelle Konter die sich aus Leichtsinnsfehlern der Ismaninger ergaben. So war es dann bereits Minute 51 als ein Hallbergmooser Stürmer den Weg in den 16er suchte und eher unglücklich mitsamt dem Ismaninger Florian Adam zu Fall kam. Der gut leitende Schiedsrichter Matthias Silbereisen entschied vertretbar auf Elfmeter. Jens Balden auf Seiten der Heimmannschaft lies sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum 2:1.

Was Leidenberger zu der ursprünglichen Aussage brachte war die Reaktion einzelner jüngerer Ismaninger, die sich mehr über den ungeschickten Elfmeter amüsierten, als sich über das Gegentor zu ärgern. „Wenn es um die vorderen Plätze einer Liga geht – egal in welcher – entscheidet der Charakter immer zugunsten derjenigen, die solche Patzer ernst nehmen. Noch nie habe ich ein Team gesehen, dass etwas gerissen hat und über solche Fehler humorig hinwegsah. Wer wegsieht lernt nichts. Wer nichts lernt, verliert. Ganz einfach.“

Leidenberger weiter: „Jeder dieser jungen Burschen spielt meines Erachtens noch unter seinem Niveau. Potential sehe ich weiß Gott genug. Ein Jahr Bayernliga A-Jugend spielen ist zweifelsfrei beachtenswert, den Abstieg in seiner Vita zu vermerken, ist aber andererseits mal gar nichts, worauf man sich ausruhen kann oder gar stolz sein kann. Absteigen kann jeder. Das richtige Potential kann das Team erst dann abrufen, wenn wir solche Kindergartenfaxen hinter uns lassen. Jeder wünscht sich Professionalität. Vom Verein, vom Trainer, von Verantwortlichen und und … aber anfangen tun wir am besten bei uns selbst.“

Den kurzzeitigen Wutausbruch des Coaches nahm sich das Team dann doch zu Herzen und spielte ab dem Zeitpunkt wesentlich zielgerichteter und konzen-trierter. Bis zur 70. Minute sollte das Anlaufen dauern, ehe sich der starke Demir Inajetovic ein Herz nahm und zu einem Solo ansetzte. Nachdem er sich an der Mittellinie den Ball schnappte, überlief er zunächst zwei Gegner, dribbelte sich durch zwei weitere durch und legte dann auf Daniel Kojcinovic ab. Dieser spielte stark 2 Gegner am 16er auf kleinstem Raum aus und zog unhaltbar ins rechte untere Eck ab. Mit dem 3:1 waren dann auch endgültig alle Ambitionen des Gegner gebrochen, hier noch etwas zu holen. Ismaning spielte sich noch die eine oder andere Chance heraus, konnte aber keinen Ball mehr ins Netz bringen.

Ein Lob hatte der Coach zum Ende allerdings dann auch noch übrig. Maxi Schachtner und Dejan Stankovic hätten auf Ihrer Außenverteidiger – Position ein sehr gutes Spiel gemacht. Bei Dejan „zeigt sein Trainingsfleiss und das konsequente Annehmen von Hinweisen tolle Ergebnisse“. Und bei Maxi Schachtner „war es ein absolut fehlerfreies und von großem Einsatz und Laufbereitschaft geprägtes Spiel gewesen.“ 

Insgesamt war das Spiel eine – vor allem in Anbetracht der stark geschwächten Mannschaft –  positive Entwicklung, wenn die Kinderkrankheiten noch beseitigt werden. Bereits am kommenden Mittwoch trifft das Team auswärts auf den FC Ampertal Unterbruck und kann zeigen, wie konstant die Leistung gehalten werden kann. Zu wünschen ist es den Burschen.

28.07.2019 Bernd Klöpfer

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