Leidenberger: „Angst ? Nur vor uns selber !“

Zwei alte Bekannte gaben sich nach dem Schlusspfiff am samstäglichen Fußball-Nachmittag freundschaftlich die Hand. Die Rede ist von Robert Kaunzinger, aktuell Trainer der Reserve bei Alte Haide und Helmut Leidenberger, dem aktuellen Spielertrainer der Ismaninger. Freilich waren beide vor dem Anpfiff auf ihre Teams und deren Einstellung fokussiert. Wollte doch jeder dem Anderen die Punkte möglichst streitig machen.

Am Ende sollte Kaunzinger mit seiner Haide um eine Nasenlänge vorne sein und die begehrten drei Punkte festhalten können. 1:0 gewannen die Hausherren gegen die Ismaninger, die vor dem Spiel auf einigen Positionen umstellen mussten. Beide Torjäger fielen auf Seiten der Ismaninger aus. Sowohl Daniel Kojcinovic der aktuell an einer Hüftverletzung laboriert, als auch Helmut Leidenberger, der gegen Garching kräftig eine mitbekommen hatte, waren nicht in der Startelf zu finden. Leidenberger dirigierte seine Mannen stattdessen von der Linie aus. Mit Albert Delijaj und Urlaubsrückkehrer Kevin Wild wurde die Startformation im zentralen Mittelfeld und Sturm ergänzt.

Das Konzept schien auch lange Zeit sehr gut aufzugehen. Die als Favorit deklarierten und bis dahin ungeschlagenen Gastgeber, taten sich schwer gegen die gut sortierten Gäste. So ließen die Ismaninger Defensivkräfte in Halbzeit 1 nicht eine einzige Torchance für die Hausherren zu. Die Weiß-Schwarzen verzweifelten an dem Ismaninger Bollwerk, welches kein Durchkommen ermöglichte. Es waren vielmehr auch die Ismaninger Kayra Arikan und Samer Alsheblak die sogar zwei, dreimal guten Einschussmöglichkeiten erhielten, aber leider ungenutzt ließen. Einmal scheiterte Kayra Arikan nach schönem Solo im 1:1 am gegnerischen Torwart, einmal aus aussichtreicher Position mit einem platzierten Schuss in lange Eck. Samer Alsheblak tat es ihm nach, als er einen Querschläger des Keepers 20m vor dem Tor auf den Fuß bekam und das leere Tor leider nicht traf.

Leidenberger zählte schon die Sekunden der ersten Hälfte runter und mahnte seinen Mannen immer wieder zur Ruhe, als aus dem Nichts das Erste und einzige Tor des Tages fiel. Kevin Wild hatte an der Außenlinie den Ball nicht schnell genug weitergeleitet und geriet unter Druck. Den ungefährlichen Rückpass zum wieder genesenen Keeper Deniz Sonkaya hätte dieser in alle Richtungen schlagen können. Dieser entschied sich allerdings für die schwierigste Variante. Er wollte ihn direkt in die gegnerische Hälfte schlagen was aber kräftig misslang. Der seitlich gestriffene Ball landete geradewegs in der Mitte des 16-Meterraums vor dem Haidler Mittelstürmer. Nachdem Sonkaya auch noch seitlich neben dem Tor gestanden hatte, mußte dieser den Ball nur noch ins leere Tor schieben. Das in der 47. Minute. Der Schiedsrichter pfiff unmittelbar danach zum Pausentee.

Leidenberger war zu diesem Zeitpunkt ordentlich bedient, zumal der Gegner bis dahin keinerlei Chance im Spiel hatte und die Ismaninger mit ihren Angriffen weit näher am ersten Tor waren. In der Folge mußte Ismaning das Tempo erhöhen und auch mehr Risiko fahren. Als Alte Haide dann auch noch einen Elfmeter zugesprochen bekam, schien das Spiel vorzeitig gelaufen zu sein. So unglücklich Sonkaya beim 1:0 ausgesehen hatte, so gut reagierte er beim Elfmeter. Er fischte den flach geschossenen Elfmeter aus der Ecke und hielt den FCI im Spiel.

Die Ismaninger wechselten in der Folge doppelt und wollten den Ausgleich erzwingen. Durch das erhöhte Risiko ergaben sich auch für die Gastgeber mehr Räume. Ansonsten nur in Youtube-Videos zu sehen, retteten zweimal 3-4 Spieler der Ismaninger auf der Linie nach schnell ausgeführten DSC-Angriffen. Es sollte allerdings zu keinem Tor mehr reichen. In dieser Phase hätten die Gastgeber das Ergebnis nach oben korrigieren können.

Letzte nennenswerte Chance des Spiels war dann den Ismaningern vorbehalten. Nach einem schönen Flankenlauf von Kayra Arikan brachte dieser in der letzten Spielminute seine Flanke nur Zentimeter zu hoch in den Strafraum. Der hereinstürmende Helmut Leidenberger konnte zwar noch ins Tor fliegen, allerdings leider ohne Ball.

So mußte sich der FCI zum zweiten Mal in dieser jungen Saison auf diesem Platz geschlagen geben. Nach dem Spiel fiel Leidenberger’s Analyse so aus: „Die erste Halbzeit war bis zur 47. Minute eine genaue Umsetzung unserer Marschrichtung. So lange hat auch alles funktioniert. Wie das 1:0 gefallen ist, bestätigt, dass wir weiterhin nur vor uns selbst Angst haben müssen. Die Stabilität im Defensivbereich hat bereits gute Züge angenommen und unser Spiel wird immer abgestimmter – trotz der vielen neuen Spieler. Unsere individuellen Fehler müssen wir abstellen, dann füllt sich auch das Punktekonto schneller. Daran arbeiten wir weiterhin.“   

25.09.2019 Bernd Klöpfer

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