Vorbereitungsspiel

SV Dornach 2 gegen FC Ismaning 2       2:3 (2:2)

Ein eher – nach eigenen Angaben – unerwarteter Pokalerfolg des Nachbarvereins SC Grüne Heide Ismaning stellte die dortigen Verantwortlichen leider recht kurzfristig vor ein paar Personalprobleme. So konnte das mit Freude erwartete kleine Lokalderby der zwei Ismaninger Traditionsvereine doch nicht den Abschluss der Saisonvorbereitung bilden.

Recht ähnlich erging es Gott sei Dank dem etwas weiter entfernten Nachbarverein SV Dornach mit einem Münchner Club – auch dort mußte ein Spiel wegen „Personalnotstand“ verschoben werden. Kurzerhand verabredeten sich Stefan Behr – seines Zeichens Chef-Coach bei den „kleinen“ Dornachern – und Helmut Leidenberger für dieses Wochenende zu einem letzten Kräftemessen, bevor es für beide in die neue Saison geht.

Wer die Tabellen des Vorjahres genauer unter die Lupe nimmt und sich auch mit dem Trainer der Dornacher beschäftigt, merkt schnell, dass das „Behr“-Team alles andere als ein Leichtgewicht darstellt. Behr selbst trainiert neben den Dornachern quasi „nebenbei“ auch noch die Harthofer Erste und ist mit beiden Teams letztjährig unangefochten eine Liga höher geklettert. Er gilt als versierter Taktiker der seine Teams sehr gut auf den Gegner einstellt und damit auch sehr erfolgreich spielen lässt.

Gewarnt waren die Ismaninger also, als sie Ihre Reise in den Münchner Osten antraten. Das Team konnte – ähnlich wie bereits gegen den FC Fasanerie – Nord in der Vorwoche – auf einen Großteil der Spieler wieder zurückgreifen. Ein paar Urlauber stehen zwar noch aus, aber eine Bank mit 5 Wechseloptionen bot ausreichend Sicherheit für turbulente Spielverläufe. Einzig die Situation rund um die Nummer 1 im Tor war leider auch dieses Wochenende noch ein Thema. Deniz Sonkaya laboriert weiterhin an seiner Schulterverletzung und Neuzugang und Hoffnungsträger Yannick Poyda steht erst ab Dienstag zur Verfügung. So sollte auch diesmal wieder „Oldie-Edeljoker“ Jens Rudolf das Tor sauber halten.

Bei hochsommerlichen Temperaturen um die 32 Grad trafen die beiden Teams im Dornacher Stadion nun aufeinander. Wer ein langsames Abtasten erwartete, sollte gleich in der Startphase des Spiels überrascht werden. Bereits in Minute 3 hätte es bereits klingeln können und müssen, als Helmut Leidenberger einen zu kurzen Rückpass der Dornacher er- und den Innenverteidiger überläuft und dann den Ball aber am linken Pfosten vorbeizieht. Der Gegenzug der Dornacher eine Minute später wird von Jens Rudolf bravourös gerade noch an das Lattenkreuz gelenkt.

Gerade in der Anfangsphase legen beide Teams trotz der Temperaturen ein hohes Tempo an den Tag und spielen sich einige aussichtsreiche Chancen heraus. In Minute 11 sollten jedoch erst Mal die Gäste die Führung bejubeln. Nach einer Standardsituation landet die gegnerische Flanke am 6-Meter unbedrängt auf dem Kopf eines Dornacher Angreifers. Der läßt sich nicht bitten und nickt ungehindert ein. Der Ismaninger Charakter stimmte aber und es wurde in der Folge nicht aufgesteckt, sondern mehr in das eigene Angriffsspiel investiert.

Vor allem der sehr gut aufgelegte Suhal Moradi beschäftigte seinen Gegenspieler auf der Außenbahn ein ums andere Mal mit tempo – und trickreichen Aktionen. Oft war er nur vom 3. oder 4. Verteidiger noch zu stoppen. Er ist es auch, der nach schöner Einzelaktion und Dribbling auf engstem Raum zwei Dornacher im gegnerischen 16er vernascht und zum 1:1 am Torwart vorbei einschiebt.

Beflügelt von dem Ausgleich lief der Ball in den Ismaninger Reihen jetzt noch besser und so war es bereits in Minute 18 als Sebastian Heinenberg seinen Gegenspieler stehen läßt und aus 18 Metern abzieht. Der Ball wird nur von der Unterlatte abgefangen. Den herausspringenden Ball vollstreckt Helmut Leidenberger vom dem überrumpelten Gästetorwart.

Immer wieder gefährlich waren die Dornacher insbesondere über deren rechte Außenbahn. Der schnelle Stürmer wurde von Florian Adam zwar weitestgehend neutralisiert, doch in der 28. Minute entwischte er einmal und erzielte den Dornacher Ausgleich zum 2:2. Vorangegangen war noch ein unglücklich ausgegangener Abwehrversuch von Adam, der den Ball zwar ablenkte, aber leider auch an Jens Rudolf vorbei ins rechte Toreck bugsierte.

Das kräftezehrende Spiel rund um die Witterungsverhältnisse war beiden Mannschaften vor allem nach der Halbzeit zunehmend anzumerken. Während sich gerade im Dornacher Angriffsspiel zunehmend leichtere Ballverluste einstellten, so konzentrierten sich die Ismaninger auf schnelle Konter. Einen dieser Konter nutzte gleich nach Beginn der Halbzeit der junge Benedikt Schwenke der seinem Gegenspieler nach einem langen Ball entwischte und abgebrüht dem herausstürmenden Dornacher Keeper keine Chance ließ.

Im weiteren Spielverlauf ergaben sich hüben wie drüben zwar noch einige Chancen in aussichtsreicher Position, wurden aber allesamt nicht genutzt. Der Schlusspfiff erlöste beide Teams dann aber auch von der Hitzeschlacht und ließ das beste Ismaninger Vorbereitungsspiel zu Ende gehen. Leidenberger war nach dem Spiel zufrieden: „Wir haben heute viele taktische Vorgaben umgesetzt und waren bereit als Team bis zum Limit zu gehen. Der eine oder andere Trainingsrückstand ist bei so einem Wetter dann doch noch zu erkennen, aber die Betroffenen werden das noch aufholen. Wichtig ist jetzt, den Schwung der Spiele mit in den Saisonstart zu bringen und sich nicht auf falschen Lorbeeren auszuruhen.“

Ein besonderes Lob hatte der Coach aber an diesem Spieltag auch noch für Maxi Ertl, der neben Sebastian Heinenberg Teil der Doppel-6 war und sich bei einem Spiel letztes Jahr unglücklich das Schlüsselbein brach und viele Wochen ausfiel. Er machte gegen Dornach sein erstes Spiel nach der schweren Verletzung. „Für Maxi freut es mich besonders, dass er wieder auf dem Platz steht und angreifen kann. Wie wichtig er mit seiner Ball – und Passsicherheit sowie seiner Spielübersicht ist, hat er heute eindrucksvoll bewiesen. Wenn er Spielzeiten bekommt und den einen oder anderen Impuls noch mitnimmt, bin ich sicher, dass er einige Spielverläufe maßgeblich mitentscheidet. Da sehe ich richtig viel Potential und es macht Spaß ihm zuzuschauen.“        

Am kommenden Samstag treffen die Ismaninger bereits um 12:30 Uhr auf Weissblau Allianz (auswärts) und läuten damit die neue Saison ein. Es bleibt zu hoffen, dass der Start unter neuer Regie anders verläuft, als das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften. Dies konnten die Allianzer gegen stark angeschlagene Ismaninger mit 3:2 für sich entscheiden. Das soll diesmal anders aussehen.    

18.08.2019 Bernd Klöpfer    

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